Trailrunning ist out!

Ich habe das Thema so durch!

In meiner Wahrnehmung wird aktuell mal wieder überall diskutiert, dass Trailrunning voll der Hype ist, dass die Szene gerade thriathlonisiert. Geht natürlich gar nicht, dass sich nur noch Ultra Trail nennen darf, wo auch Lizenzgebühr bezahlt wird.

Und so weiter.

Und so fort.

Ja, Trailrunning ist Hype.

Dass, was im Triathlon schon vor vielen Jahren passiert ist (überteuertes Material für den ehrgeizig Sport treibenden Manager), passiert gerade auch auf dem Trail.

Die ITRA nähert sich der FIFA an.

Alles richtig.

Aber wisst Ihr was?

So ähnlich wurde das schon vor ein paar Jahren diskutiert. Und es langweilt mich zusehends, diese Szenediskussionen.

Trail ist nur, wenn Du mindestens einen Ultra im alpinen Hochgebirge oder der Wüste läufst.

Wenn da 5m Asphalt bei sind, laufe ich das nicht!

Wenn da nicht 1000 HM in den ersten 10 km drin sind, ist das nicht anspruchsvoll.

Blah, blah, …

Und wisst Ihr noch was?

Ich laufe einfach.

Und zusehends auch wieder Asphalt.

Ich bin vor ca.2 Jahren in eine Ecke gezogen, in denen es kaum Trails gibt. Ländlich, ja. Aber fast nur Landstraßen oder asphaltierte Fußwege. Wenn ich Matsch unter meinen Füßen haben will, muss ich Minimum 3 km laufen. Vernünftige Trails erreiche ich sogar nur noch im Auto.

Und so habe ich festgestellt:

Ich laufe, weil ich laufen kann!

Letztendlich ist es mir egal, was ich unter den Füßen habe.

Klar laufe ich lieber geile Trails. Aber Laufen an sich, die einfache Bewegung, das ist es, was am Ende des Tages zählt!

Das erste Jahr habe ich es gehasst, hier zu laufen. Wie gesagt: keine Trails vor der Tür. Das laufe ich doch nicht!

Im zweiten Jahr habe ich mich dann zusehends und notgedrungen den Gegebenheiten angepasst.

Und im dritten Jahr habe ich das Laufen wieder lieben gelernt.

Denn egal ob Trail oder Straße, dick oder dünn, schnell oder langsam, Mann oder Frau:

Am Ende des Tages sind wir alle Läufer!

In diesem Sinne:

Run happy! Hauptsache Ihr lauft!

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Das erste Mal… (Mountainbiker überholt!)

Heute standen 30km auf dem Plan. Da die Große heute noch mit ihrer Freundin auf die „Pferd & Hund-Messe“ nach Dortmund wollte, und Papa natürlich Fahrdienst zum Bahnhof hatte, stand der Wecker auf 5:30 Uhr, damit ich auch wieder pünktlich zu Hause sein konnte.
Also die üblichen Rituale: Kaffee, Banane,… und ab ins Auto zum Parkplatz auf die Alexanderhöhe.
Bei sternenklarem Himmel und Vollmond ging es in den Wald. Erst noch im Dunklen mit der Stirnlampe die ersten Kilometer gelaufen. Dummerweise hatte ich vergessen, die Akkus zu kontrollieren, so dass bereits nach 15 Minuten die Petzl mir blinkend zu verstehen gab, dass der Strom zu Neige geht. Für die erste Stunde hat es aber noch gereicht und dann ging auch bereits die Sonne auf:
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War der letzte Lauf noch extrem neblig gewesen, lag diesmal der Nebel nur in den Tälern und hat eindrucksvolle Bilder geboten:
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Dafür liebe ich es, im Sauerland zu wohnen, früh aufzustehen, um diese Ausblicke zu genießen.
Auf halber Strecke stand dann noch ein Kalb auf dem Weg, dass sich offensichtlich von der Wiese irgendwie verirrt hatte. Besorgt stand die Mutter daneben und hat mich misstrauisch beäugt, als ich langsam vorbeigegangen bin:
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Auf den letzten Kilometern musste ich dann noch ein paarmal mit dem Krankenhaus telefonieren, da ich Rufdienst hatte. Und auf Grund von Funklöchern konnte ich in der Zeit auch nicht weiterlaufen, sondern musste an einer Stelle ausharren. Das hat mir etwas den Schnitt versaut, das ist aber eben das Risiko, wenn man sich trotz Rufdienst auf den Langen Lauf begibt.
Nach 28km hatte ich dann noch zwei Mountainbiker vor mir, die ich dann bergauf locker überholt (irgendwo war da noch Kraft in den Beinen) und ja, ich gebe zu: einen dummen Spruch konnte ich mir nicht verkneifen.
Ich hoffe, sie werden es mir nachsehen.
Nach 29km war ich dann wieder am Auto und hatte noch Zeit zu duschen, zur Freude der Kinder, die ich dann zum Zug gefahren habe.

Nachdem ich…

… die letztem Tage fast nur Asphalt „gefressen“ habe, mussten am Ostersonntag meine Trails herhalten.

In Vorbereitung auf den Seilersee laufe ich fast nur auf Straße, um mich an die Belastung zu gewöhnen. Wenn ich Trails laufe, muss ich zwangsläufig häufig mein Tempo wechseln: von Downhill rennen bis zu Bergauf gehen ist alles vertreten. Und je nach Strecke auch in schnellen Wechseln.

Meine Asphalt-Runde führt mich allerdings knapp 30km mit wenig Höhenmetern über die Straßen. Von diesem eintönigen Laufen hatte ich allerdings gestern ziemlich die Nase voll.

Ursprünglich wollte ich früh los (noch vor dem Osterhasen), allerdings konnte ich mich um 6.00 Uhr nicht so richtig aufraffen. Also wurde ein Hefeteig angesetzt (Tradition, an Feiertagen bei uns gibts Hefezöpfe, Stutenkerle usw. aus Papas Küche 🙂 ), Kaffee gekocht und noch etwas die Ruhe vor dem Ostersturm genossen.

Nach ausgiebigem Frühstück habe ich mich dann zum späten Vormittag auf die Trail-Socken gemacht. Herrlichstes Osterwetter zum Laufen! Und viel zu warm angezogen… egal: Jacke um die Hüften gebunden und weitergelaufen.

Auffallend finde ich immer, was an solchen Tagen die Wanderwege bevölkert. Bei vielen Menschen sieht man, dass diese sich nur an solchen „besonderen“ Tagen in die Wildnis des Sauerlandes wagen.

Zwar besser als gar nicht (besonders für die Kinder), aber irgendwie auch traurig.

Frohe Ostern euch allen!

20km neue Trails

… 608Höhenmeter, und das ganze in 2h50min.

Klar, das ganze ist zwar recht langsam, aber ich denke für mich, der seine Trails immer noch im dreistelligen Kilobereich rockt, trotzdem respektabel 😉

Zuerst gings über altbekannte Wege Richtung Gut Holmecke, von dort aus Richtung Kesbern/Ihmert. Ich habe dann die Grüner Talstraße überquert, über einen Wirtschaftsweg den Berg rauf und auf der Kuppe ab auf einen Singletrail. Dieser Weg war einer der schönsten, den ich in letzter Zeit gelaufen bin. Zuerst ging es über eine Kuppe mit wunderschönem Blick über das Grüner Tal um mit einem kurzen, aber knackigen, technisch anspruchsvollen Downhill zu enden.

Seit langem mal wieder laut lachend mich den Berg runtergestürzt. So muss laufen sein!

Von dort gings dann wieder auf die andere Seite des Tals. Nun hatte ich die Wahl, wieder auf mir bekannten Wegen zu laufen,… Ich habe mich dann für einen unspektakulär anmutenden Weg parallel zu den mir bekannten gewählt. Und was soll ich sagen: es hat sich gelohnt.

Der Waldweg verengte sich bald zu einem schönen Singletrail, mit Klettereinlage und Bachquerung. Auch das ist Trailrunning: man wird immer wieder überrascht.

Jetzt hatte ich inzwischen auch die 2-Stunden-Marke geknackt, Anstiege wurden größtenteils nur noch gegangen. Von daher habe ich mich dann für den Heimweg entschieden.

Die beiden Joggerinnen, denen ich dann noch begegnet bin, muss ich so erschreckt haben, als ich völlig verdreckt und verschwitzt aus dem Gebüsch gebrochen bin, dass diese mein fröhlisches „Guten Morgen!“ glatt vergessen haben zu erwidern 😉

Fotos habe ich keine gemacht, trotz Kamera im Rucksack: ich war zu sehr mit Laufen beschäftigt.

Zum Abschluss noch was zur Ausrüstung:

ich habe heute zum ersten Mal von Asics das Trail-Langarmshirt getragen. Angegeben wurde die Materialqualität mit warm. Die Ärmel sind sehr lang geschnitten, und am Ende mit je einer Lasche für den Daumen (wie z.B. bei den aktuellen Fleece-Jacken). Auf den Schultern ist das Shirt mit einer Art Gummierung ausgestattet, die ein Verrutschen des Rucksackes verhindern sollen. Zusätzlich kommen zwei Taschen an den Seiten.

Materialwärme ist prima. Ich hatte heute eine dünne Funktionsjacke drüber. In der Kombination, gerade auf den zugigen Hügeln, völlig ausreichend. Ich denke, im Winter kombiniert mit einem langen Baselayer und einer wärmenden Softshell, sollte das Shirt ausreichen. An kühlen Herbst- oder Frühlingstagen alleine oder mit dünner Jacke kombiniert, auch sehr gut.

Die langen Ärmel waren anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, besonders diese Daumenlasche. Haben aber nach kurzer Zeit nicht mehr gestört. Ganz im Gegenteil, ich fand das Überlappen der Ärmel über die Hände sogar ganz angenehm. Und die Laschen halten die Ärmel gut sitzend fest, ohne zu stören.

Die Gummierung an den Schultern hielt den Rucksack tatsächlich gut an Ort und Stelle. Ich hatte zwischendurch meine Jacke ausgezogen und konnte so direkt vergleichen. Der Rucksack rutscht deutlich weniger. Ist für mich aber nur ein nettes Gimmick, da mich das vorher nie sonderlich gestört hat, dass mein Rucksack sich beim Laufen bewegt.

Insgesamt ein trailtaugliches Shirt von Asics.

Eigentlich wollte ich ja dieses Wochenende nicht laufen…

…aber heute morgen hat es mich dann doch rausgetrieben.

Da ich mich halbwegs fit gefühlt habe und die Speedcross  immer noch jungfräulich im Keller standen, habe ich mich dann nach dem Frühstück auf den Weg gemacht.

Allerdings musste ich dann an der ersten kleineren Steigung (und ich befand mich noch auf Asphalt!) schon ins Gehen wechseln. Von daher habe ich mich dann entschieden, nur die kleine Runde zu laufen (5,8km, die Jedermanns-Lauf-Silvester-Runde).

Weise Entscheidungen. Im langsamen Zockeltempo bin ich dann die Runde mit einer weiteren Gehpause gejoggt. Habe mich hinterher zwar schlapp, aber gut gefühlt.

Ich denke, in der kommenden Woche kanns wieder langsam los gehen.

Zu den Schuhen:

Mein Tempo hat ihnen gar nicht gefallen!

Die Speedcross machen ihren Namen alle Ehre: diese Schuhe sind zum Rennen gemacht. Schön leicht, guter Grip und in Zitronengelb bringen sie etwas Farbe in die (noch) dunkle Jahreszeit.

Für meine breiten Füßen wirken sie etwas schmal, haben aber nirgendswo gedrückt. Ich bin gespannt, wie sie sich bei langen Läufen machen.

 

Warum?

.. frage ich mich, soll ich in einer Halle im Kreis laufen, wenn ich das noch viel besser direkt in der Natur erleben darf?

Während heute morgen bereits auf Facebook gespostet wurde, dass die ersten Läufer sich auf den Weg nach Dortmund machen würden, habe ich meinen Rucksack geschnürt, um direkt vor der Haustür laufen zu gehen.

Beidesmal soll es sich angeblich um das gleiche Hobby handeln: Trail-Running.

Für mich ist das, was in Dortmund veranstaltet wird, genauso wenig Trail-Running, wie z.B. der Strong-Man-Run. Sicher, beides kann Spaß machen. Aber deswegen ist es noch lange nicht das Gleiche. Kein Mensch käme schließlich auf die Idee, Tischtennis und Tennis als das Gleiche zu bezeichnen…

Soviel dazu.

Ich bin heute also früh raus, mit dem Ziel, mein Laufrevier etwas zu erweitern. Zuerst ging es über altbekannte Wege Richtung Hasberg. Allerdings war nach 15 Minuten bereits der Schlauch meines Trinkrucksacks eingefroren. Anfangs konnte ich das Eis noch rausschütteln, später war der Schlauch allerdings komplett zu.

Notiz an mich: bei dem Wetter am besten warmen, gesüßten Tee in Thermos-Flasche o.ä.mitnehmen.

Am Hasberg angekommen bin ich dann weiter Richtung Ihmert, bin allerdings vorher abgebogen und wieder Richtung Kesbern gelaufen.

Von dort aus dann wieder im Bogen über die Silvesterlauf-Runde nach Hause.

Zwischenzeitlich waren mir dann auch mein Buff, meine Mütze und meine Handschuhe eingefroren.

Zu Hause angekommen habe ich dann gesehen, dass der Schweiß auf der Innenseite meiner Jacke gefroren war.

Ich glaube, ich muss demnächst nochmal nach Wattenscheid und mich angemessener einkleiden.

Und wer jetzt immer noch meint, Trailrunning sei Laufen in einer Halle… dem ist auch nicht mehr zu helfen.

22.01.2012

Die Strecke:

Untitled by philipptessin at Garmin Connect – Details.

Ein paar Fotos:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Und ein paar kleine Videos (ziemlich verwackelt 😉 ):