Getestet: Xiaomi Mi Band 1S vs. Suunto Ambit 3 Peak

Da ich diverse Dinge meines Lebens gerne tracke, war die Anschaffung eines Fitnesstrackers daher nur naheliegend.

Gekauft habe ich mir das Xiaomi Band 1S* und hier mein Testbericht. Getestet wurde mit dem iPhone 5S.

Preis

Preislich ist das Mi-Band in dem Segment der Fitnesstracker bisher unschlagbar. Für aktuell unter €20 gibt es derzeit keinen anderen Fitnesstracker auf dem Markt. Selbst die Version 2.0 kostet weniger als €40.

Versand und Verpackung

Die Lieferzeit bei Amazon war relativ lang. Bestellt habe ich am 25.11., geliefert wurde am 10.12., also nach 15 Tagen. Versendet wird anscheinend aus England, wie ich aus dem Päckchen schließen konnte.

Das Armband selber kommt in einem kleinen Pappschächtelchen. Sieht schick aus.

Einrichtung

Nachdem ich meinen Tracker ausgepackt habe, musste ich feststellen, dass die Bedienungsanleitung nur auf Chinesisch vorliegt. Kurz gegoogelt, habe ich aber alle Informationen gefunden, die ich benötigt habe.

Für die Benutzung des Trackers benötige ich die Mi Fit-App und ich muss mir dafür auch einen Account einrichten.

Hier bin ich auf das erste Hindernis gestoßen: nachdem ich meine Daten eingegeben habe, hat sich die App leider aufgehangen. Also die App neu gestartet. Jetzt konnte ich mich allerdings nicht anmelden. Mit meinen eingegebenen Daten konnte ich meinen Account nicht öffnen, aber ich konnte mit den Daten auch keinen neuen Account erstellen.

Das hat genervt.

Also bin ich mit dem Laptop online gegangen und habe mir dort einen neuen Account erstellt. Hier wurde meine Gmail-Adresse nicht akzeptiert, jedoch die Mail-Adresse aus meinem Blog.

Nach diesen technischen Hürden konnte ich also schon etwas genervt loslegen.

Fast jedenfalls: zuerst musste das Armband noch geladen werden. Mit dem Armband kommt ein kleines USB-Kabel zum Laden. Den Tracker also an den PC gehangen und gewartet. Nach 6 Stunden war der Tracker dann auch endlich voll geladen. Die Ladezeit finde ich extrem lang. Heute, nach drei Tagen Benutzung, liegt der Ladestand des Trackers noch bei 83%. Rechnen wir also mal über den Daumen 7% Energieverbrauch pro Tag (der heutige Tag ist ja noch nicht zu Ende).

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***Update 27.12.2016***

Die extreme ladezeit hatte ich nach dem ersten Aufladen nicht mehr. Inzwischen hat sich die Ladezeit bei den üblichen angegebenen 45 Minuten eingependelt.

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Der Ladestand wird beim Aufladen über drei Leuchten angezeigt.

Nachdem das Band geladen ist, kann es via Bluetooth mit dem Smartphone gekoppelt werden. Das klappt problemlos.

Funktionen

Im Startbildschirm „Status“ sehe ich meine aktuellen Werte: Schritte, Strecke und Kalorienverbrauch im oberen Feld. Ich kann ein Ziel festlegen, wieviel Schritte ich jeden Tag gehen möchte. Anhand eines Kreise, der sich langsam füllt, sehe ich dann, wie nahe ich meinem Ziel bin. Habe ich mein Ziel erreicht, zeigt der Tracker dies durch ein kurzes Vibrieren an.

Ich kann mit dem Mi-Band auch angeben, wenn ich laufen gehe. Hier besteht die Unterscheidungsmöglichkeit zwischen Laufen und Laufband (Treadmill). In den dazugehörigen Einstellungen kann ich einen „High heart rate alert“ einstellen, der sich meldet, wenn meine Pulsfrequenz zu hoch geht. Wie sich die Pulsfrequenzzonen errechnen, ist für mich allerdings nicht ersichtlich. Ich finde auch keine Einstellungen, diese zu verändern. Damit ist diese Funktion für mich ungeeignet, da ich nicht schon ab 144 Pulsfrequenz anaerob werde und meine höchste Pulsfrequenz auch deutlichst höher liegt als 179. Ebenso gibt es eine Tempowarnung, wenn ich zu langsam laufe. Hier finden sich keine Erklärungen, was „zu langsam“ ist und wann mein Armband alarmiert.

Hier fehlen klar individuelle Einstellmöglichkeiten, wenn diese Funktion sinnvoll genutzt werden soll.

Tippe ich auf das Feld mit dem Schrittzähler, komme ich in eine Detailansicht, in der ich die erfassten Daten für den Tag detailliert einsehen kann sowie eine Verlaufsansicht aufrufen kann (täglich, wöchentlich, monatlich).

Nutze ich das Armband als Schlaftracker, sehe ich meine geschlafenen Stunden und den darin enthaltenen Anteil an Tiefschlaf. Auch hier steht eine Detail- sowie Verlaufsansicht zur Verfügung.

Weiter bietet der Tracker mir die Möglichkeit der Gewichtskontrolle und stellt die Gewichtsentwicklung als Kurve dar, zeigt mir meinen BMI sowie meine tagesaktuelle Gewichtsentwicklung. Anhand des BMIs  wird mir auch gezeigt, welcher Körpertyp ich bin (untergewichtig, normal, übergewichtig, fettleibig I und fettleibig II). Die Mi-Fit-App gibt die Daten an die Health-App weiter, kann aber keine Daten von dort lesen.

Außerdem kann ich mit dem Tracker meinen Puls photoelektrisch messen und erfahre, wie oft ich meine Ziele erreicht habe.

Unter dem Reiter „Spielen“ finde ich Einstellmöglichkeiten für eingehende Anrufe und den Wecker. Warum das hier Spielen heißt, erschließt sich mir allerdings nicht. Kann ich mir nur mit der Übersetzung aus dem Chinesischen erklären.

Bei Anrufen besteht die Möglichkeit, dass das Armband vibriert, wenn ein Anruf ankommt. Das finde ich persönlich sehr praktisch, da ich mein Handy oft lautlos gestellt habe und ich auch die Vibration des Handys nicht merke, wenn ich es z.B. in der Jacke trage.

Die Weckfunktion besteht ebenfalls darin, dass der Tracker vibriert. Hier kann ich maximal drei Zeiten eintragen. Die Zeiten kann ich noch individuell einstellen (einmalig, Montags bis Freitags, nur am Wochenende).

Den Wecker deaktiviere ich, indem ich auf das Armband tippe. Sollte ich einmal nicht auf den Wecker reagieren, wird er mich 10 Minuten später wieder wecken, quasi die Snooze-Funktion.

Diesen lautlosen Wecker finde ich sehr praktisch, da ich z.B. am Wochenende für meine langen Läufen früh aufstehe und dann meine Frau nicht gleich mit wach wird. In früheren Zeiten muss es einen Schlafphasenwecker gegeben haben, der über die App aber nicht mehr zur Verfügung steht. Das finde ich persönlich sehr schade. Hier habe ich vorher die Sleep Cycle-App mit Schlafphasenwecker genutzt, den ich sehr geschätzt habe. Dafür hatte die App halt keinen lautlosen Wecker.

Zum guten Schluss existiert noch das Untermenü „Profil“. Hier kann ich ein Foto von mir einfügen, mir einen Spitznamen geben, Geschlecht, Geburtsdatum, Größe und Gewicht eingeben.

Weitere Einstellmöglichkeiten sind das Tagesziel und mein Zielgewicht. Außerdem kann ich den Ladestatus des Mi-Bands einsehen. Ich finde hier auch eine Übersicht über die durchschnittliche Schrittzahl pro Tag, die gegangenen Gesamtkilometer und die Anzahl der erreichten Tagesziele.

Mehr als überrascht bin ich von der Lauffunktion.

Über den Startbildschirm komme ich oben links über ein Icon (ein rennendes Männchen) in die Lauffunktion.

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Über den Start-Button gehts dann los. Was die chinesischen Schriftzeichen unter den Zahlen bedeuten, weiß ich leider nicht.

Nachdem der Start-Button gedrückt wurde, zählt ein Timer von 3 runter und los gehts. Während des Laufs hatte ich Musik auf dem Ohr. nach einem Kilometer kam dann in holprigem Englisch die Ansage über zurückgelegte Strecke und die dafür benötigte Zeit. Da ich das nicht mag, habe ich mein Handy wieder rausgekramt und die Ansage deaktiviert.

Nach genau 10km habe ich dann gestoppt und die Funktion mit meiner Suunto Ambit 3 Peak* verglichen. Und ich muss sagen, dass ich mehr als positiv überrascht bin.

Wie man sieht, haben beide Uhren die exakt gleiche Strecke angezeigt:

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In der Anzeige des MI-bandes sieht man auch die Pace sowie die Pulsfrequenz. Allerdings besteht eine Differenz zwischen den gelaufenen Zeiten (Mi-Band 1h 1m 15s) und der Suunto (1h 4m 08s).

Weitere Anzeigen sind die Details. Hier finden sich neben den genannten Werten die Durchschnittspace, verbrauchte Kcal, Durchschnittsgeschwindigkeit usw.

Interessant finde ich die Anzeige der Schrittfrequenz und des „Strides“, also der Schrittlänge. Hier kann ein ambitionierter Läufer für sich einen echten Mehrwert ziehen.

Weiterhin gibt es eine Karte mit der gelaufenen Strecke.

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Zu guter Letzt finden sich noch weitere Auswertungen wie die Pulsfrequenz als Kurve, die Pace als Kurve, die Pace pro Kilometer als Balkendiagramm und die Anzeige der Pulszonen. Letzteres finde ich mangels individueller Einstellmöglichkeiten relativ aussagelos.

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Am Ende habe ich mit dem Mi-Band noch meinen Puls gemessen und bin bis auf wenige Schläge Differenz auf den gleichen Wert wie die Suunto gekommen.

Fazit

Das Mi-Band ist in seiner Preisklasse unschlagbar.

Als Fitnesstracker im Alltag mit Schrittzähler, Schlafauswertung und Weckfunktion ist es sehr gut umgesetzt.

Für den Laufsport ersetzt das Armband für mich nicht meine Laufuhr, dennoch bin ich sehr überrascht über die Auswertungsmöglichkeiten. Ich kann mir gut vorstellen, das Armband in Ergänzung zu meiner Suunto zu nutzen um z.B. meinen Stride oder auch die Schrittfrequenz zu optimieren.

Für diejenigen, die zum Laufen bisher sowieso nur auf Apps gesetzt haben, finde ich das Mi-Armband eine tolle Alternative, da es mehr Auswertungsmöglichkeiten bietet, als die klassischen und bekannten Apps.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden damit und könnte mir vorstellen, dass die Wearables in Zukunft eine ernstzunehmende Alternative zu den üblichen Laufuhren werden. Garmin, Suunto, Polar usw. müssen für ihre Uhren und in ihrem Preissegment in Zukunft deutlich mehr bieten, um weiter bestehen zu können. Wobei gerade Garmin in meiner Wahrnehmung gerade die richtigen Schritte in Richtung Smart-Watches geht.

Als Laufeinsteiger würde ich mir heute jedenfalls eher einen Fitnesstracker kaufen, als den Billigpulsmesser vom Discounter.

Kaufen könnt Ihr den Tracker über diesen Link: Klick!*

Ich habe mir das Produkt selbständig gekauft und erhalte keinerlei gegenleistungen für das Verfassen dieser Rezension.

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Na toll!

Na toll zum ersten:

Hatte ich doch vor, mir die Garmin Forerunner 305 zuzulegen. Dummerweise habe ich nicht zugeschlagen, als die Preise in den Keller gingen. Mein zögerliches Kaufverhalten hat mich jetzt in die Situation gebracht, dass Garmin inzwischen die FR 305 vom Markt genommen hat und die Preise ins Lächerliche steigen.

Jetzt habe ich mich mal wieder umgeschaut und stelle mal eine Frage in die laufende GPS-affine Runde: Taugt die 205 was? Die kann zwar keinen Puls messen, aber da ich sowieso mal wieder ohne Pulsgurt laufe, wäre das eigentlich egal. Und wenn ich mal pulsgesteuert trainieren will, kann ich eben meine alte, nicht-GPS-fähige Uhr wieder rauskramen.

Man kann anscheinen nicht alles haben.

Na toll zum zweiten:

Habe mir gestern anscheinend den hinteren Oberschenkel gezerrt. Den ganzen Tag nur humpelnd unterwegs gewesen. Hoffe, dass das morgen wieder besser ist.

Welche Laufuhr?

Heiko vom Laufe-Marathon-Blog hat sich mit diesem Thema beschäftigt und zu einer Blogparade aufgerufen (also ein Aufruf, dass verschiedene Blogs sich mit demselben Thema beschäftigen).

Da mich die Frage nach einer „Zeitmesser“ zum Laufen auch schon eine ganze weile umtreibt, greife ich das Thema gerne auf.

Angefangen mit dem „Joggen“ habe ich mit ca. 22. Damals standen reine Fitnessgründe im Vordergrund und meine Hausrunde habe ich in der Regel in etwas über 20 Minuten absolviert. Koordiniertes Training, Distanzen o.ä. haben damals für mich keine Rolle gespielt. Dementsprechend hatte ich auch nur eine einfache Digitaluhr mit Stopp-Funktion.

Auf diesem Niveau habe ich mich eine ganze Weile bewegt. Der Sprung vom Jogger zum Läufer ist mit ca. 26 Jahren geschehen. Nachdem ich mir einen blutigen Nagel in ungeeigneten Turnschuhen zugezogen habe, kufte ich mir mein erstes paar „richtige“ Laufschuhe. Aber auch hier: eine Stopp-Uhr hat mir vollkommen ausgereicht.

Vor ca. 3 Jahren habe ich dann endgültig den Sprung in die Laufliga geschafft. Nachdem Sport in meinem Leben immer weniger eine Rolle spielte und ich immer fetter… lassen wir das. Kurzum: es musste was geschehen.

Und es geschah etwas: ich fing wieder an zu laufen. Regelmäßig und geplant. Und ich habe mich mit Pulsfrequenzen auseinandergesetzt, wusste auf einmal was „GA1“ und „anaerobe Schwelle“ bedeutet. Ich wurde zum Läufer.

Und ein Läufer braucht eine Pulsuhr.

Dachte ich zumindest.

Ich habe mir daraufhin ein Einsteigermodell zugelegt. Die Uhr kann die Zeit stoppen, Puls messen und den Kalorienverbrauch errechnen.

Das pulsgesteuerte Laufen hat mir viel gebracht. Die Pfunde sind gepurzelt und die Kondition hat sich deutlich verbessert.

Irgendwann ging mir dann das Pulsmessen auf die Nerven. Ich hatte mein Tempo und merkte an meiner Anstrengung, ob ich zu schnell war oder eben nicht. Außerdem begann ich, neben der Straße auch vermehrt Trail zu laufen. Steile Anstiege ließen schnell meinen Puls in schwindelerregende Höhen schnellen. Damit verlor meine Pulsfrequenz bzw. deren Messen immer mehr an Aussagekraft für mich.

Was allerdings ein Nachteil war: meine Uhr konnte keine Distanzen messen.

Habe ich meine Straßenrunden immer noch mit Google Earth nachmessen können, war das auf Waldwegen bzw. abseits von diesen nicht mehr möglich.

Daraus ergaben sich meine Anforderungen an eine Laufuhr:

+ Zeitmessung (selbsterklärend)

– Puls (hat jede, nutze ich aber eigentlich nicht mehr)

– Kalorienzähler (können auch die meisten, interessiert mich mal gar nicht)

+ GPS (als Trailläufer für mich ein inzwischen zwingendes Kriterium, wobei ich auch schon darüber nachgedacht habe, mir ein entsprechendes Smart-Phone inklusive App zuzulegen)

+ Höhenmesser (als Trailläufer im Sauerland einfach interessant, welche Höhenmeter man hinter sich bringt)

+ mindestens Spritzwassergeschützt, besser mehr

+ Größe u.ä. stören mich nicht sonderlich, ich brauch kein Leichtgewicht, ist aber nett, wenn es so ist

Jetzt sollte man meinen, ich besitze solch ein Zeiteisen bereits.

Weit gefehlt. Der Geiz hat mich bis jetzt davon abgehalten. Geld ist eher in Schuhe und andere Kleidung geflossen.

Aber ich werde mir definitiv diesen Herbst die FR305 zulegen. Seitdem die FR610 rausgekommen ist, ist der Preis nochmal gesunken und bietet damit das optimale Preis-Leistungsverhältnis auf dem Markt, in meinen Augen.

 

Korrektur: ich hatte in einer ersten Version von der“FR 310″ geschrieben. Es muss natürlich 305 heißen!