Frauen und Laufen

Zwei Wochen war ich jetzt nicht laufen, aus diversen Gründen: Krankheit der besten Ehefrau der Welt, Schulabschluss von der Grundschule von der großen Kleinen, Arbeit, und und und…

Gestern habe ich dann meine 5km Hausrunde unter die Füße genommen, um wenigstens etwas Bewegung zu bekommen.

Jetzt muss man wissen, dass wir in direkter Nachbarschaft zum Iserlohner Schützenfest wohnen. Weiter muss man wissen, dass das Schützenfest in Iserlohn nicht vergleichbar mit einem klassichen Dorf-Schützenfest zu vergleichen ist.

Die Besucherzahlen gehen in die mehreren Zehntausend. Um dies zu bewerkstelligen, wird ein Parkähnliches Gelände (die Alexanderhöhe) abgesperrt. Besuch des Festplatzes ist nur gegen ein saftiges Eintrittsgeld möglich.

Für viele Iserlohner_innen ist dies das größte Ereignis des Jahres. Es wird der Terminkalender darauf abgestimmt und Urlaub genommen. Für mich ist es seit Jugendjahren die hirnrissigste Veranstaltung, die ich kenne.

Nichtdestotrotz wusste ich das alles natürlich bei der Auswahl unserer Wohnung, und nehme das alles einmal im Jahr in Kauf.

Nun gut, gestern startete also das Schützenfest und ich meine Laufrunde.

Vor meiner Haustür flanierte ein mittelaltesDamenpaar (50+), die eine Hälfte im geschmackvollen Tiger-Minirock, aufgebretzelt für die Festivitäten. Schnell vorbeigelaufen. Meine Runde führt mich direkt am Festplatz vorbei, daher Gas gegeben und ab in den Wald. Dort am Rupenteich angekommen: Horden von Jugendlichen, offensichtlich wurde der letzte Schultag gefeiert. Gas geben. Ich werde auf keinen Fall vor besoffenen 16jährigen mein Tempo drosseln. Dann kam mir eine attraktive, drahtige Spaziergängerin mit Hund entgegen. Weiter Tempo halten und freundlich Grüßen.

Da ich jetzt eh schonmal im flotten Tempo unterwegs war, konnte ich das auch weiter halten. Den nächsten langgezoggenen Anstieg. Was seh ich da?! Zwei Nordic-Walkerinnen vor mir, Ende zwanzig, Anfang dreißig. Mist! Der Berg zieht sich aber noch. Aber sich vor der holden Weiblichkeit die Blöße geben und Tempo rausnehmen? Auf keine Fall!

Also Tempo halten und los.

Kurz hinter den beiden Damen. Ein erschrecktes „Haha! Da schleicht sich ja jemand von hinten an!“ Ähm ja. (Dann kann mein Dampflok-Schnaufen ja nicht ganz so schlimm sein…) „Haha! Nabend. Haha!“

An den beiden vorbei (verdammt, jetzt wirds aber anstrengend!). Der Berg zieht sich noch… Tempo raus? Hinter der nächsten Kurve. Obwohl, die beiden waren ja jetzt nicht sooo langsam. Also noch eine Kurve weiter, quasi als Sicherheitsabstand.

Dann bin ich auch endlich schon den Berg rauf. Langsam traben ist angesagt. Blick auf die Garmin: nur noch eine Pace von 7:15. Quasi Wandertempo.

Dann locker den Berg wieder runter. Was elegant vonstatten gehen sollte, ist ein hoppelndes Fortbewegen, immernoch in absoluter Sauerstoffschuld. Unten angekommen gehts langsam wieder.

Ab jetzt gehts eh nur noch flach oder Berg ab. Tempo wieder aufgenommen und los gehts. Die Runde schaffe ich zwar nicht unter 30 Minuten. Aber nach zwei Wochen Nichtstun und 2kg mehr auf der Waagesind 31min 34sec völlig akzeptabel. Insbesondere weil ich die Runde sowieso noch nie unter 30 geschafft habe.

Fazit: die holde Weiblichkeit ist immer noch der beste Pace-Maker.

 

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One thought on “Frauen und Laufen

  1. *kicher* das mit dem Tempo rausnehmen klingt ähnlich, wie wenn ich zur Zeit eine Gehpause plane 😉 lieber sterben als dass mich jemand gehen sieht. Am besten läuft es sich immer noch auf menschenleeren Strecken…

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